Der Paritätische: Selbsthilfegruppe für Menschen mit dem Messie-Syndrom sucht Verstärkung

14. August 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Leben

In Deutschland leben ca. 3 Millionen Menschen mit dem Messie-Syndrom, nicht zu verwechseln mit dem Vermüllungs-Syndrom.

Messies trauern häufig um Träume, die sie nie umgesetzt haben, um ein Stück Leben, dass sie nie gelebt haben. An einem Punkt der Entwicklung ist der Zugang zu den eigenen Bedürfnissen verloren.
Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum in Freiburg kommt durch eine Studie aus dem Jahr 2010-2012 zu dem Ergebnis: Nicht das Sammeln verschiedener Dinge steht im Vordergrund der Erkrankung, sondern die Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Deshalb beschreiben die Forscher das Messie-Syndrom als „Wertbeimessungsstörung“ oder „Desorganisationssyndrom. Durch den Besuch einer Selbsthilfegruppe können Sie im geschützten Raum das Recht auf einen eigenen Willen üben.
Die Gruppe sucht weitere Betroffene mit dem Messie-Syndrom. Die Betroffenen sollten sich in einer Therapie befinden.
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Neues aus der Rathauskantine

13. August 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Leben

Mahlzeit! Mein Name ist Alfred Sülheim, Stadtarchivar. Gemeinsam mit Controllerin Simone Strack, die ich regelmäßig in der Rathauskantine treffe, haben wir schon etliche spannende und brisante Abenteuer zum Wohl des Bürgers, des Steuerzahlers und unserer geliebten Heimatstadt Neuss erlebt und erleben sie täglich wieder. An dieser Stelle gebe ich zum Besten, was uns zur Zeit bewegt…

Menü heute: Sommerliche Variationen

Glücklicherweise gibt es auch in dieser unseren sich rasant wandelnden Welt gewisse Konstanten, Dinge und Ereignisse auf die man sich verlassen kann. Für uns Neusser ist die wichtigste dieser Konstanten natürlich unser Bürgerschützenfest im August, auf das wir uns schon jetzt wieder intensiv vorbereiten und freuen. Gut – frei nach Sepp Herberger, dem bekanntesten Fußballlehrer nach Friedhelm Funkel – ist nach dem Schützenfest vor dem Schützenfest, und entsprechend freuen wir uns das ganze Jahr vor, außer an Schützenfest selbst.

Viele vergessen vor lauter Vorfreude aber eine andere wichtige Konstante, nämlich die dem Schützenfest alljährlich vorausgehende Periode des Sommerloches. Manchmal verkürzt durch Wahlkämpfe oder pharmakologisch-kommerzielle Großevents unter bizarren Bezeichnungen wie „WM“ oder „Olympia“, aber immer spürbar in der Zeit zwischen Beginn der Ferienzeit und dem Höhepunkt unseres jährlichen Brauchtum-Geschehens. (mehr …)

Gewinnspiel

8. August 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Leben

Wir verlosen 3 * 2 Tickets für die Filmpremiere „Stadt der Könige“ im UCI am 14.August um 20:00 Uhr.

Das Neusser Schützenfest ist für viele Neusser der Höhepunkt des Jahres. Es ist ein Fest ohne Nachwuchssorgen, irgendwo zwischen Geselligkeit und Moderne, Tradition und Party – schon im Kindergarten wird das Marschieren eingeübt.

Der Film „Stadt der Könige“ zeigt die begeisterten Vorbereitungen zu dem fröhlichen Fest der Superlative:

Richie Ucar ist Streetworker in Neuss und will König werden. Max und Paul gehen noch zur Schule und gründen mit Freunden den „Triumphzug“. Stephan Bovenschen, genannt „Fiffi“, ist Hausmeister und fährt das Artilleriegeschütz. Hans-Jürgen Hall arbeitet sowohl in der Erwachsenenbildung als auch in der Apotheke seiner Frau und ist das letzte Jahr als Major unterwegs.

Schützenfest in Neuss, das bedeutet Fackelzüge, Marschmusik, Holzgewehre und sehr viel Bier. Ein Ereignis, das die ganze Stadt über Tage im Griff hat und gewaltige Energien freisetzt. Auf dem Höhepunkt der Feierlichkeiten die Schützenparade: 7500 Schützen und Musiker marschieren im Gleichschritt durch die Stadt. Sie laufen zu Ehren ihres Königs, hunderttausende schauen zu. (mehr …)

Joggst du noch oder ploggst du schon?

6. August 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Leben

Das Wort setzt sich zusammen aus „Joggen“ und dem skandinavischen Wort „plocka“ für „aufheben“.
Ploggen“ ist Trend, nicht nur in Skandinavien sondern mittlerweile weltweit und auch in immer mehr deutschen Städten. Denn „Ploggen“ verbindet zwei urbane Phänomene: Das wachsende Müllproblem in den Städten und die Lust am Laufen. In Köln und Düsseldorf gibt es bereits entsprechende Gruppen, die sich in der Regel über Facebook zum Ploggen verabreden. Gemeinsam zieht man dann in Jogging-Outfit und mit Müllsack und Gummihandschuhen bewaffnet los, um jeweils bestimmte und vorab festgelegte Strecken zu belaufen und von achtlos weggeworfenem und herumliegendem Müll zu befreien.

Wer hat sich nicht schon einmal über achtlos weggeworfenen Müll geärgert, der Parks und andere Grünanlagen verschandelt? Natürlich kann man bei der Hotline der AWL anrufen und solche Schandflecke melden oder man kann selber Hand anlegen und den Müll beseitigen. Und ist damit sogar noch voll im Trend. Und sportlich. Und tut Gutes für die Umwelt.

Das vor zwei Jahren vom schwedischen Umweltaktivisten Erik Ahlströhm in Stockholm ins Leben gerufene Plogging hat dank sozialer Medien schnell die Welt erobert, in Nord- und Südamerika über Skandinavien, Deutschland bis hin zu Russland ploggen immer mehr Menschen. Entweder alleine oder in der Gruppe: Man trifft sich, läuft los und sammelt Müll, der entweder deutlich sichtbar oder versteckt unter Büschen herumliegt. Die sportliche Belastung ist durch das Abstoppen und Bücken deutlich höher als beim herkömmlichen Joggen, denn es werden zusätzlich zahlreiche Rumpfmuskeln beansprucht, es ist also mehr ein effektives Ganzkörper-Workout, denn auch das Tragen des Müllsackes wird mit zunehmendem Gewicht schwerer und trainiert die Armmuskulatur.
Beim Ploggen gilt die Devise „Jeder Schritt hält fit“, und dabei werden jede Menge ökologischer Fußabdrücke hinterlassen, wenn aufgesammelter Müll aus der Natur verschwindet.

Littering war gestern, jetzt kommt Plogging (mehr …)

Auf dem Jakobsweg

30. Juli 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Leben

Hören wir „Pilgern auf dem Jakobsweg“, denken die meisten eher an Santiago de Compostela in Spanien als an Neuss am Rhein. Doch einiges weist darauf hin, dass Neuss bereits im Mittelalter eine wichtige Station auf dem Weg nach Santiago de Compostela war, und im europäischen Jakobswegenetz ist unsere Stadt fest eingebunden.

Der Jakobsweg fasst eine Reihe von Wegen durch Europa zusammen, die alle zur Kathedrale in Santiago de Compostela in Galizien/Spanien führen. Unter ihr soll sich das Grab des Apostels Jakobus befinden.

Die Jakobsmuschel als Symbol

Das Erkennungszeichen für Pilger auf dem Jakobsweg ist die Jakobsmuschel. Als gelbes Symbol auf blauem Grund kennzeichnet die Atlantische Jakobsmuschel oder Große Pilgermuschel den Jakobsweg. Im früherer Zeit bewiesen Pilger mit der Jakobsmuschel, dass sie wirklich bis Santiago gekommen waren, denn nur dort wurde die Muschel verkauft und dann von den Pilgern an den Hut gesteckt.
Eine Muschel hat Bert Gerresheim auch der Jakobsstatue an den Hut gegeben. Zum Jakobustag 2007 wurde die im Auftrag der Neusser Scheibenschützen-Gesellschaft von dem Düsseldorfer Bildhauer und Künstler errichtete Skulptur des pilgernden Apostels Jakobus feierlich eingeweiht und der Stadt Neuss übergeben. Seitdem ist der Heilige Jakobus als Pilger, mit Pilgerstab, Kalebasse und Buch, am Freithof, zwischen der Basilika St. Quirinus und dem Zeughaus, eilenden Schrittes auf dem Weg von Neuss nach Santiago zu sehen.

Auf dem Sternenweg nach Santiago … und ins Paradies (mehr …)

„Erklär mir, Liebe!“ im Clemens Sels Museum: Das Gefühl der Gefühle – gefasst in Bild und Bronze

23. Juli 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Kultur

In der Lyrik gibt es neben der Liebe kaum ein anderes Thema, das ein vergleichbar hohes Gewicht hat und das so viele und verschiedene Dichtungen anregte. Auch in der bildenden Kunst ist die Liebe in ihren mannigfaltigen Facetten seit jeher ein einflussreicher Inspirator. Im Resultat spiegeln sich epochenbedingte Normen wie die Subjektivität der Kunstschaffenden. Die Betrachtung des Sujets über die verschiedenen Jahrhunderte erzählt von der Liebe in sich stetig wandelnder Form; das Werk wird zum Zeitzeugnis der Entwicklung von Geschlechterbeziehungen. Ein Aspekt, den die aktuelle Sonderausstellung des Clemens Sels Museums aufgreift. Entlang zahlreicher Exponate aus der großen hauseigenen Sammlung zeigt sie wie variantenreich Liebe im Gemälde und in Skulptur zum Ausdruck kommt.

Jeder kennt sie, sucht nach ihr und will sie nicht missen. Sie ist Antrieb zum Leben, aber auch lähmende Kraft. Sie vermag die Sinne zu beflügeln und den Körper in betörende Schwingungen zu versetzen. Sie kann ihn auch zerreißen. Die Liebe. In all ihrer Schönheit, Tiefe und Leidenschaft. Aber ebenso als unerfüllte, nicht erwiderte oder zurückgewiesene. Die Liebe als Schmerz, als Zerreißprobe des Lebens. Sie ist überall zu finden, ist ein Wesensmerkmal des Lebens. Sie füllt die Inhalte des menschlichen Daseins, findet sich in der Literatur, im Theater und im Film. Und in der bildenden Kunst. In all ihren Ausprägungen. Ob die Liebe zwischen Paaren, zwischen Mutter und Kind, als Familienbande oder zwischen frisch Verliebten, ob glücklich oder unglücklich, ob in Gier oder Zärtlichkeit, die Liebe ist ein Buch mit unzähligen Seiten. Jeder kann von ihr berichten, kann mitempfinden – mitleiden. (mehr …)

Hurra, hurra – die Ferien sind endlich da!

16. Juli 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Titelthema

Mensch, war das wieder ein laaaanges Schuljahr! Die Zeit bis zu den Sommerferien schien für die meisten Schüler nahezu unendlich zu sein. Jetzt sind sie aber da, die schönsten sechseinhalb Wochen des Jahres, endlich Zeit genug, um all das zu tun, was wir uns schon lange vorgenommen hatten. Viele von uns fahren in den Urlaub und tanken in der Ferne neue Kraft, suchen Erholung beim Sport oder lassen die Seele baumeln. Für diejenigen, die noch keine Ideen haben, wie sie ihre Ferien-Freizeit verbringen wollen, haben wir hier einige Vorschläge zusammengestellt. Es ist eine bunte Mischung von Freizeitangeboten, die in unserer Nähe stattfinden und sich sehr gut für einen Tagesausflug anbieten.

Kreativ in der Gruppe

Die Neusser Jugendzentren haben wie in jedem Jahr so einiges vor. Wie wäre es mit einem Besuch auf dem Abenteuerspielplatz in Erfttal? Der Kontakt Erfttal öffnet die beliebte Freiluftwerkstatt in den letzten drei Ferienwochen. Montag bis Freitag täglich von 12 bis 16 Uhr. Mitmachen können alle Kinder von sechs bis 14 Jahren. Wer also gern mit anderen gemeinsam eine Bude baut, am Lagerfeuer sitzt oder tolle Spiele im Freien macht, ist hier bestens aufgehoben.
Abenteuerspielplatz Kontakt Erfttal, Bedburger Str. 1a, 41469 Neuss

Ein Dauerbrennen: Zeltstadt

Lagerfeuer und jede Menge „Draußen“ gibt es seit über 40 Jahren in der offenen Zeltstadt in Grimlinghausen. Das Motto „Spaß im Gras“ ist Programm! Eingeladen sind alle Kinder und Jugendliche von zwölf bis 16. Übernachten im eigenen Zelt, Rafting auf der Erft oder rekordverdächtig die Kisten erklimmen, kreativ sein oder gemeinsam abhängen , erlaubt ist alles, was euch Spaß macht.
Auf der Sportanlage in Grimlinghausen wird das Zeltlager vom 16. bis 27. Juli aufgebaut.

Anpacken und Spaß haben (mehr …)

Pfadfinder in Neuss: Vom Wölfling zum Rover

12. Juli 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Titelthema

Was machen Pfadfinder? Bäume umarmen und Regenwürmer essen? Von wegen! Auf ihrer 84. Bundesversammlung am 3.6.2018 in Halle stellte die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg klar: „Pfadfinden wird mit vielen Klischees in Verbindung gebracht oder ist weiten Teilen der Gesellschaft unbekannt. Dabei verfolgen PfadfinderInnen auf der ganzen Welt wichtige gesellschaftliche Ziele.

So setzen sie sich beispielsweise für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen ein und übernehmen Verantwortung für die Umwelt. Kinder und Jugendliche werden zu starken Bürgern, die sich für ihre Meinung einsetzen.
Wir hatten Gelegenheit, mit Stephan Kiener – dem Vorstand vom Stamm Alfred Delp der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg in Neuss – zu sprechen.

Was ist der Sinn des Pfadfindergesetzes?

Das Pfadfindergesetz soll uns und unseren Kindern/Jugendlichen eine Orientierung im Leben geben. Die Frage, die hinter dem Gesetz steht ist: „Wie werde ich ein guter Mensch?“ Die Beschäftigung mit dem Gesetz gibt uns immer wieder die Möglichkeit, eine Art Wasserstandsmeldung zu erheben. Wie nah bin ich an meinen Idealen? Pfadfinder beschäftigen sich regelmäßig mit dem Pfadfindergesetz. In jeder Altersstufe legen wir Pfadfinderversprechen ab, bei denen sich die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit dem Gesetz auseinandersetzen, reflektieren, wo sie sich verbessern müssen und überlegen, wie man das konkret umsetzen kann. Das sieht dann z.B. so aus, dass ein 8-jähriger Wölfling herausfindet, dass es für ihn schwierig ist, alle anderen Wölflinge in seiner Gruppe als „Geschwister“ zu sehen und z.B. bei Spielen lieber mit seinen Freunden zusammen in einer Mannschaft spielt. Er überlegt dann, wie er es schaffen kann, in kleinen Schritten in diesem Punkt besser zu werden.

Wie stark ist das Interesse an den Pfadfindern in Neuss? (mehr …)

Radeln und baden, eine unschlagbare Kombi und ein neuer Trend: Komm, wir gehen badeln

9. Juli 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Titelthema

Badeln in und um Neuss macht Spaß, ist gesund und eine willkommene Abwechslung. Man kommt rum, erkundet die Gegend mit dem Fahrrad und belohnt sich anschließend mit Spiel und Spaß im kühlen Nass. Passend für die Sommermonate präsentiert der „Neusser“die schönsten Badeseen in der näheren Umgebung. Sie sind alle weniger 30 km von der Neusser Innenstadt entfernt, können also gut mit dem Rad in maximal 1,45 Stunden erreicht werden. Eine geeignete Fahrradroute findet sich dann einfach via Navi oder Google maps. Worauf noch warten? Badetasche packen, ab aufs Rad, ordentlich in die Pedale getreten und dann nichts wie rein ins Wasser.

Wem Freibäder nicht so liegen und wer lieber in der Natur Abkühlung sucht, für den sind Badeseen ideal. Zum Glück gibt es in der Umgebung von Neuss einige traumhafte Badeseen. Die meisten von ihnen sind ehemalige Baggerseen mit ausgewiesenen und überwachten Schwimmer- und Nichtschwimmer-Bereichen und jeder Menge anderer Angebote.

1. Kaarster See:

In Kaarst, Entfernung von Neuss: ca. 10 km.
Der Kaarster See besteht aus zwei Wasserflächen, ein Sport-See, der vorwiegend von Anglern, Tauchern Windsurfern und Seglern benutzt wird, und ein Bade-See, wobei der Bade-See der kleinere aber auch der idyllischere der beiden ist. Er hat zwei Strände, ausreichend Liegewiesen und jede Menge schattenspendende Bäume. Außerdem gibt es Spielgeräte, ein Beachvolleyballfeld und drei Badeinseln.
Ein großer Vorteil: Das flach abfallende Ufer ist ideal für Familien mit kleinen Kindern und Nichtschwimmern geeignet.
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Survival-Kurse für Kinder auf dem Kinderbauernhof: Gemeinsam Bärenstark

6. Juli 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Leben

Bärenstark, das steht für Ferien- und Freizeitangebote für Kinder der ganz besonderen Art. Fernab von Handy, Computerspielen & Co. wird den Kindern gezeigt, dass der Wald einen riesigen Spielplatz in sich birgt. Neben der tiefen Naturverbundenheit wird die Freude an der Bewegung und die gemeinsame Teamarbeit großgeschrieben.

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, Baumhäuser zu bauen, tierische Spuren zu verfolgen, Holz zu schnitzen und sich über dem Lagerfeuer ein leckeres Menü zu kochen? In dem 7-teiligen Kiba-Survivalkurs (mit jeweils eigenem Themenschwerpunkt) werden die Kids zu richtigen Überlebensprofis ausgebildet. Mitmachen können Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren, sehr gerne auch Kinder mit Handicap oder Verhaltensauffälligkeiten. Da das Team von Bärenstark mit einem Betreuungsschlüssel von einem Betreuer für fünf Kinder sehr gut aufgestellt ist, ist nach Absprache auch eine intensivere individuelle Betreuung möglich. Die Kurse finden ganzjährig auf dem Gelände des Kinderbauernhofs in Neuss statt. Alles was benötigt wird, ist wetterentsprechende Kleidung, vor allem festes Schuhwerk, etwas zu essen und zu trinken und natürlich eine große Portion Abenteuerlust.

Ein bärenstarker Tag:

Samstag um 12 Uhr auf dem Kinderbauernhof finden sich einige aufgeweckte Mädchen und Jungen ein und werden freundlich vom Bärenstark Gründer Fabrice Kaiser und seinem Mitarbeiter Maximilian Schneider begrüßt. Nach der Vorstellung der Kursthematik „Feuer, Wasser, Luft“ entwickeln die Kinder eigene Ideen wie man in der Wildnis an Trinkwasser kommen könnte. Danach geht es gleich los in den anliegenden Wald, um die gemeinsam ausgetüftelten Ideen auszuprobieren. Die Kinder suchen einen mit Sonne befluteten Baum, stülpen Plastiktüten über die Äste und binden diese möglichst luftdicht zu, damit sich mit der Zeit (das durch die Wärme von den Blätter abgegebene) Transpirationswasser in den Tüten sammeln kann.
Danach folgt gleich die Umsetzung der zweiten Idee zur Trinkwassergewinnung: Die Kinder schöpfen am nächsten Fluss etwas Wasser (schön matschig-braun) und basteln mit einfachen, alltäglichen Hilfsmitteln gemeinsam an einem Wasserfilter. Dabei kommen gesammelte Steine, Kies, Sand, sowie Aktiv-Kohle aus einer Atemschutzmaske und eine „Watte-Rakete“ (ein Tampon) zum Einsatz. Da könnte selbst MacGyver neidisch werden. Zusätzlich wird Bananenschale zum Wasser gegeben, um Giftstoffe herauszufiltern. Im Anschluss wird das gefilterte Wasser über dem steinzeitmäßig-entfachten Lagerfeuer abgekocht, nicht ohne dass die Kinder über sorgsamen Umgang mit Feuer hingewiesen werden. Die optimale Feuerstelle wird übrigens von den Kindern selbst mit Hilfe ihres zuvor gebastelten Wetterhahns gesucht.
Da so viel Survival-Abenteuer hungrig macht, überraschen Fabrice und Max die Kinder zum Abschluss mit Stockbrot, welches ganz nach Wildnis-Marnier mit selbstgemahlenem Mehl aus Dinkelkörnern, Wasser und einer Prise Salz gemeinsam zubereitet wurde.
Die Zeit vergeht wie im Flug und man merkt dem Team von Bärenstark an, dass sie mit ganzem Feuereifer, vielfältigen Ideen und jeder Menge Freude bei der Arbeit sind. Mit viel Ruhe und Einfühlungsvermögen bringen sie den Kindern wertvolle Überlebenstricks bei und ermöglichen ihnen eine Freizeitgestaltung, fernab vom Schulstress, Mobbing und Fernseher. Zudem geben sie ihnen die Möglichkeit, neue Freunde zu finden und spielerisch etwas Neues zu lernen. Während sie die Kinder mit feurigem Forscherdrang mit verantwortungsvollen Aufgaben betreuen, ermuntern sie die etwas ruhigeren Träumer immer wieder mit zu rätseln und zu basteln. Nach und nach blüht sogar der schüchternste kleine Abenteurer regelrecht auf und erzählt später seinen Eltern mit strahlenden Augen was er im Kurs alles gelernt hat.
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Der Neusser Dr. Albert Wunsch schreibt über Resilienz: „Das Immunsystem der Seele“

4. Juli 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Leben

Das Sachbuch „Mit mehr Selbst zum stabilen Ich! Resilienz als Basis der Persönlichkeitsbildung“ ist bereits 2013 erschienen. Der Psychologe und promovierte Erziehungswissenschaftler Dr. Albert Wunsch war einer der ersten Autoren, der sich mit dem Thema Resilienz beschäftigt hat. Nun erscheint sein wissenschaftlich fundiertes Buch, das zugleich auch Gesellschaftsanalyse und Ratgeber ist, in einer überarbeiteten und deutlich ergänzten Neuauflage. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, warum das Thema immer noch ganz aktuell ist.

Dr. Albert Wunsch: Das Thema ist aktuell, weil es ganz viele Bereiche betrifft. Es geht immer um die Frage: Wie stark ist ein Mensch, eine Institution, ein Organismus oder die Gesellschaft, um auf von außen eindringende negative Einflüsse gelassen und stabil zu reagieren? Resilienz ist gerade in einer angespannten Situation sehr wichtig, und wir leben heute häufig in angespannten Situationen, privat, beruflich und auch gesellschaftlich.

Sie haben einmal gesagt, Resilienz sei „das Immunsystem der Seele“. Was genau hat man darunter zu verstehen?

Resilienz ist die Fähigkeit, negative Dinge, die mir begegnen oder widerfahren, nicht so nah an mich rankommen zu lassen, dass sie mir schaden können. In Bildern gesprochen: Resilienz ist wie ein Regenschirm oder Regenmantel – mit seiner Hilfe kann ich den Regen zwar nicht stoppen, aber er schützt mich davor, nass zu werden.

Warum ist diese Fähigkeit zum Selbstschutz wichtig?

Wir stehen heute von morgens bis abends vor Herausforderungen, auf die wir reagieren müssen – Tagesereignisse, Stress im Beruf, Ärger im Stau, Konflikte in der Familie. Da stellt sich die Frage: Lasse ich diesen Ärger und Stress so an mich heran, dass ich Schaden nehme oder überprüfe ich, ob ich etwas daran ändern kann? Wenn nichts zu ändern ist, dann akzeptiere ich es besser, ohne mich aufzuregen, denn Ärger ist fehlgeleitete Energie. (mehr …)

Literarischer Sommer 2018: Autoren, Lesungen, Musik und Austausch

2. Juli 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Kultur

Es ist Juli und das Sommerloch macht sich breit. Noch die ersten 7 Tage des Monats läuft das Shakespeare Festival, dann sind die Neusser Bühnen bis zum September verwaist. Ob TAS, RLT oder Tanzwochen, in der Urlaubszeit gibt es keine Vorstellungen. Wie gut, dass Neuss dennoch immer etwas in Sachen Kultur zu bieten hat. Und das Etwas kann sich sehen lassen: Denn vom 1. Juli bis 16. September bietet das deutsch-niederländische Literaturfestival „Literarischer Sommer/Literaire Zomer“, das in diesem Jahr zum 19. Mal startet, eine variantenreiche Reise durch die Literaturlandschaft der Veranstaltungsländer; mit Autorengrößen wie mit beachtenswerten Debütanten. On top gibt es ein paar Neuerungen, z.B. musikalische Lesungen.

Fangen wir mit einer Neuheit an: Am Dienstag, den 21. August 2018 um 10:30 Uhr gibt es kostenloses Literatur-Programm in der Stadtbibliothek Neuss – und zwar für die Kleinen und Kleinsten, ab 4 Jahren. „Die Sauerdropse“ und „Plasman“ werden vorgetragen. Autor Jaap Robben und Illustrator Benjamin Leroy präsentieren gemeinsam ihre beiden Kinderbücher. In „Die Sauerdropse“ erzählen sie die skurrile Familiengeschichte von zwei sehr miesepetrigen Brüdern. In ihrem neuen Buch lernt man den Superhelden Plasman mit seiner speziellen Supermacht kennen. Während Jaap Robben die Geschichte erzählt, malt der Illustrator Benjamin Leroy die passenden Bilder. 100 Plätze können an diesem Morgen von Kindergruppen belegt werden. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Denn das ist neu am diesjährigen Festival: Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Außerdem gibt es in Aachen je eine niederländische und eine deutsche Literaturverfilmung. So werden „Oben ist es still“ von Gerbrand Bakker und „In den Gängen“ nach der gleichnamigen Erzählung von Clemens Meyer gezeigt. Einen neuen Schwerpunkt nehmen zudem musikalische Lesungen ein, teils mit eigens zu den Texten komponierten Arbeiten, die in Aachen, Kerkrade und Neuss zu hören sind.

Mit Margriet de Moor, Bert Wagendorp und Angelika Klüssendorf (mehr …)