40 Jahre Deutsche Kammerakademie Neuss am Rhein: Innovation und Tradition an Enthusiasmus

17. September 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Kultur

Aus sechzehn Nationen kommen die Künstlerinnen und Künstler der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein (dkn). Ob im eigenen Zeughaus, im Tonstudio oder auf den Podien der Welt, das Orchester sorgt für herausragende Resultate. Vier Dutzend CD-Produktionen hat es seit dem Start im Jahr 1978 eingespielt. Sein Charme und der musikalische Esprit nährt sich aus der besonderen Zusammensetzung: junge Stipendiaten, denen erfahrene Solisten und Stimmführer weisend und inspirierend zur Seite stehen. In diesem Jahr feiert das erfolgreiche Kammerorchester sein 40-jähriges Bestehen und lädt unter der musikalischen Leitung von Isabelle van Keulen zu einer erlesenen Jubiläumssaison ein.

Werke wie Aufführungen sind hoch virtuos, witzig, expressiv und emotional berührend“, schwärmte der ORF über die dkn. Ein Lob, das nicht alleine steht. Sowohl die CD-Einspielungen wie auch die Auftritte der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein werden von Kritikern und vom Publikum gleichfalls geschätzt. Eine Abonnement-Auslastung von über 95 Prozent im vergangenen Jahr spricht für sich.
Ende der 70-er als Festivalorchester der Rottweiler Sommersprossen durch den Cellisten und Dirigenten Johannes Goritzki gegründet, stand für die dkn anfangs eine Vision: das Streichquartett als Streichorchester. Noch wusste Goritzki nicht, was er ins Rollen brachte und dass er bis 2003 dieses Ensemble als Chefdirigent leiten und nach vorne bringen würde. Denn das Niveau und die Leistungsbereitschaft der Instrumentalistinnen und Instrumentalisten, die kontinuierliche Arbeit und nicht zuletzt auch der internationale Erfolg platzierten das Orchester treffsicher in der Musiklandschaft. Schon 1980 schlägt die Aufmerksamkeit auf die Stadt Neuss über, die die Förderung der Deutschen Kammerakademie übernimmt. Viele weitere Sponsoren sollten folgen, u.a. die Sparkasse Neuss und 3M. 1998/99 setzt sich die dkn von der Reihe der Zeughauskonzerte ab und konzertiert in Eigenregie.

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Äpfel: Früchte aus dem Paradies

14. September 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Leben

In Neuss denken wir zurzeit vor allem an die Kirmes-Paradiesäpfel mit der glänzend roten Zuckerglasur. Äpfel lassen sich auf vielerlei Weisen genießen. Roh, mit Schale sind sie besonders gesund und als saftiger Belag auf der Torte immer ein Genuss. In und um Neuss gibt es viele Aktivitäten rund um den Apfel und Apfelsorten, von denen die meisten noch nie gehört haben.
Leuchtend rot, unwiderstehlich süß, knackig und klebrig – der kandierte Apfel am Stiel fehlt auf keiner Kirmes. Der Liebes- oder Paradiesapfel tauchte wahrscheinlich erstmals zu Beginn des Mittelalters auf englischen Jahrmärkten auf.

Ein Apfel am Tag … und der Doktor bleibt, wo er mag.

Der Apfel als gesundes Nahrungsmittel hat einen so guten Ruf, dass am dritten Samstag im September in vielen Ländern der Internationale Iss-einen-Apfel-Tag gefeiert wird.

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Morgen ist auch noch ein Tag …

12. September 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Leben

Endlich gesünder essen, jeden Tag sportliche Betätigung, die Englischkenntnisse auffrischen … maňana, maňana … Wir verheddern uns in Kleinigkeiten, dümpeln so dahin, rauben uns gute Zeit durch schlechte Gefühle, dies und das noch immer nicht getan zu haben. Ein bisschen Aufschieben ist normal. Gerät das Aufschieben außer Kontrolle, bleiben wir dauerhaft unter unseren Möglichkeiten und handeln uns möglicherweise Ärger ein.
Die Steuererklärung ist ein beliebtes Beispiel. Wäsche bügeln, unnötige Handyverträge oder Versicherungen kündigen, den Keller aufräumen, die Examensarbeit schreiben, endlich gesünder essen … fast jeder kennt solche Dinge, die man auf die lange Bank schiebt.

Aufschieben: so geht‘s

Wie könnte ein Aufschieberitis-Tag verlaufen? Ein Beispiel:
Ach, ja, die alljährliche Steuererklärung. Um es gleich vorweg zu sagen: es hat noch geklappt. Auf den letzten Drücker. Das dritte Maiwochenende habe ich mir für diese Arbeit reserviert. Erstmal die Quittungen und Belege zusammensuchen. Prompt entdecke ich den Staub, der sich in den Ecken der Schubladen angesammelt hat. Es ist noch ja früh am Morgen; das Saubermachen krieg ich in meinen Plan hinein. Ich hole den Staubsauger. Wo steckt nur diese Fugendüse? Ich habe sie vor einigen Tagen meiner Nachbarin geliehen. Es ist ja fast zehn Uhr. Da kann ich bei ihr klingeln. Lust auf eine Tasse Kaffee? Oh, immer gern. Ich erzähle, dass ich mir am Wochenende die Steuererklärung vorknöpfe. Sie hat sich den Garten für heute vorgenommen. Ach ja, ich habe die japanische Kresse nicht vergessen, von der ich ihr ein Exemplar geben will. So, jetzt aber schnell rüber mit der Fugendüse. Bald sind meine Schubladen picobello. Ich habe gleich alle ausgesaugt. Nun noch die Kresse zur Nachbarin bringen. Später werde ich ihr noch die Pflegeanleitung und ein paar Infos zur Pflanze ausdrucken. 12:30 Uhr. Die Steuererklärung läuft mir nicht weg. Vorher noch ein Blick aufs Smartphone. Anfrage: Ob ich den Hund meiner Schwester heute Nachmittag nehme? Ich freue mich auf den Spaziergang bei dem Wetter. Und so weiter und so weiter … am Abend ist an der Steuerklärung noch nichts getan. Als ich im Bett liege, melden sich Gewissensbisse. Habe ich den Tag verplempert? Ich war doch den ganzen Tag irgendwie beschäftigt …“

Zuerst das Vergnügen, dann die Arbeit … (mehr …)

25 Jahre Alzheimer Gesellschaft

10. September 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Leben

Beratung und Hilfe für Angehörige von Menschen mit Demenz: Seit einem Vierteljahrhundert unterstützt die Alzheimer Gesellschaft Kreis Neuss/Nordrhein e.V. mit ihren Beratungs-, Informations- und Schulungsangeboten pflegende Angehörige demenzkranker Menschen und bringt das Thema mit Vorträgen in die Öffentlichkeit.

Etwa 1,7 Millionen Menschen sind in Deutschland an einer Demenz erkrankt. Demenz ist der Oberbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, beispielsweise die Alzheimer-Demenz. Meist bekommen die Menschen mit Demenz zuerst Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, dann lässt ihr Lern- und Sprachvermögen nach. Die Feinmotorik funktioniert zunehmend weniger. Schließlich erkennen sie vertraute Personen und Gegenstände nicht mehr wieder. Der an Demenz erkrankte Mensch verstummt und droht sich zu verlieren.

Der Wert der Gemeinschaft

Die Ursachen der Demenz sind bis heute nicht völlig geklärt. Überraschende und wegweisende Ergebnisse brachte die so genannte Nonnenstudie in den USA. Seit 1986 untersuchten Wissenschaftler Gehirne von Nonnen nach deren Tod. Gemessen an den Veränderungen im Gehirn hätten viele der Nonnen Demenz haben müssen. Tatsächlich waren es nur zehn Prozent. Die Schlussfolgerung: Das soziale Umfeld und die Lebensweise der Betroffenen können einen deutlichen Einfluss auf den Verlauf der Demenz haben.
Eingebunden sein in einer vertrauten Umgebung, ein regelmäßiger Tagesablauf, Aktivitäten, die helfen, länger aktiv am normalen Alltagsleben teilzunehmen – das wollen viele Angehörige von Demenzkranken den Betroffenen ermöglichen. Doch die Betreuung des Betroffenen zu Hause kann für die Angehörigen zu einer außerordentlichen körperlichen und seelischen Belastung werden, erfordert eine Rund-um-die Uhr-Bereitschaft und wirft Fragen auf, die meist nur mit fachkundiger Beratung zu beantworten sind.
„Man fühlt sich in der ganzen Tragweite der Erkrankung unverstanden. Nachbarn oder Verwandte erleben die Erkrankten meist nur kurzfristig und können sich keine umfassende Vorstellung von der Krankheit machen. Andererseits wird um das Thema Demenz immer noch ein Bogen gemacht“, weiß Marina Burbach. Die Bildungswissenschaftlerin, Lehrerin für Pflege und Krankenschwester ist eine der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der Alzheimer Gesellschaft Kreis Neuss /Nordrhein e.V.
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Gehörlosen-Netzwerk Neuss: Eine Welt ohne Töne und Geräusche

7. September 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Leben

Das Gehörlosen-Netzwerk Neuss setzt mit dem Integrativen Training für Gehörlose und Hörende im Sportverein Rheinkraft Neuss das Potenzial des Sports zur Begegnung und Förderung verbindend und erfolgreich um.

Die Idee für das Gehörlosen-Netzwerk Neuss entstand, als mir bewusst wurde, dass für Menschen mit Höreinschränkung in Neuss keine zentrale Anlaufstelle existierte. Deswegen wurde das Netzwerk gegründet und mit der DJK Rheinkraft Neuss ein Sportverein als Träger des Netzwerkes gefunden, der als einer der ersten Vereine überhaupt eine eigene Gehörlosen- (Leichtathletik-) Abteilung gründete“, so Dr. Guido Kluth.
Dr. Guido Kluth ist Initiator des Netzwerkes und war Vorsitzender der DJK Rheinkraft und Verantwortlicher „Gehörlosen-Sport“. Zwischen 2008 und 2017 trainierte er die Gehörlosen-Leichtathletik-Nationalmannschaft. Der Sportverein DJK Rheinkraft bietet seit 2010 ein integratives Leichtathletiktraining für Gehörlose und Hörende.

Im Netzwerk arbeiten alle an der einen guten Sache (mehr …)

Die Kinderbuch-Premiere der Neusser Autorin Ina Broich: „Die Plitsch“ sind da!

5. September 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Familie, Neusser Leben

„Die Plitsch“ sind niedliche, pfiffige und ganz winzige Wesen, die mal in Regentropfen, mal auf Schneeflocken oder einfach mit dem Wind um die Welt reisen und spannende Abenteuer erleben. Die Neusser Autorin Katharina ‚Ina‘ Broich hat sich die originelle Geschichte „Die Plitsch: Auf ins Abenteuer“ ausgedacht. Sie veröffentlicht damit ihr erstes Kinderbuch. Das Bilder- und Vorlesebuch aus dem Klecks-Verlag ist gedacht für Kinder ab fünf Jahren.

“Du! Ja, du! Hast du das gehört? Nein? Schau mal da in der Pfütze! Das ist ein Plitsch! Wie, du kennst keinen Plitsch? Gut, sie sind ja auch wirklich klein und schwer zu erkennen, denn sie sehen fast aus wie Regentropfen. Weißt du was? Ich erzähle dir von den Plitsch!“ So beginnt die Geschichte von den beiden Plitsch Lito und Liti. Und sofort wird deutlich, was das Kinderbuch auszeichnet und zu einem Erlebnis für Klein und Groß macht: Die kleinen Zuhörer  werden immer wieder direkt angesprochen und so angeregt, selber mitzudenken, Fragen zu stellen oder eben Antworten zu geben. Genau das ist der Autorin, die selber Mutter von zwei Kindern ist, wichtig: „Ich wollte die Kinder mit einbeziehen, wollte mit ihnen sprechen, so dass sie aktiv dabei sind.“ Ihren Testlesern hat das jedenfalls gut gefallen: „Besonders meiner Tochter. Aber auch die Kinder von Freunden haben begeistert und neugierig reagiert. Das war sehr inspirierend.“ (mehr …)

Energiegeladene Songs an guter Laune

3. September 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Kultur

Neusser Nachwuchsschmiede mit Disneys „High School Musical“ im Globe: Im September läuft eine neue Produktion der Neusser Musicalwochen. Junge Talente zu fördern und ihnen unter professionellen Bedingungen einen großen Bühnenauftritt zu ermöglichen, ist das Ziel des Gemeinschaftsprojektes vom Kulturforum Alte Post und der städtischen Musikschule. Nach „Spring Awakening“ im vergangenen Jahr wird erneut ein Thema für Jugendliche und junge Erwachsene aufgegriffen. Diesmal allerdings aus jüngerer Zeit mit weniger Schwere: das „High School Musical“ nach dem populären Disney-Film.

1995 wurden die Neusser Musicalwochen zur Förderung von Nachwuchstalenten ins Leben gerufen. In Koproduktion der Musikschule und der Schule für Kunst und Theater der Stadt Neuss erhalten junge Darstellerinnen und Darsteller sowie Musikerinnen und Musiker die Chance, unter der Anleitung von erfahrenen Bühnenprofis an einem Musical mitzuwirken. Bestehen die Interessenten das Auswahlverfahren, so werden sie kostenlos in Gesang, Tanz und Schauspiel unterrichtet und dürfen ihre ersten Erfahrungen auf „großer Bühne“ sammeln. Gleichzeitig erleben sie den Probenalltag, auch die extremen Anstrengungen und Anforderungen, die nur mit viel Ehrgeiz und Leistungsbereitschaft zum Erfolg führen. Nicht wenige nutzen die Musicalwochen, um sich auf eine künstlerische Berufslaufbahn vorzubereiten.
Bereits 19 Produktionen sind gelaufen, unter ihnen beliebte Stücke wie „Der kleine Horrorladen“, „Jesus Christ Superstar“, „Die drei Rätsel“ und „Oliver!“. Nach der gelungenen „Fame“-Inszenierung“ 2015, die ebenfalls schon die Probleme von jungen Erwachsenen thematisierte, konnte 2017 „Spring Awakening“ an den Erfolg anknüpfen. Die Inszenierung 2018 bleibt mit dem „Hight School Musical“ auf ähnlicher Welle, nur setzt sie mehr auf Power und gute Laune als auf Tiefenproblematik. Behandelt wird die Geschichte von Troy und Gabriella, die sich im Winterurlaub beim Karaoke-Wettbewerb der Silvesterparty zaghaft annähern und sich zufällig in der High School wiedertreffen. Ihre gemeinsame, eher geheime Leidenschaft zum Singen bringt sie zusammen, aber verursacht gleichfalls heftige Turbulenzen in ihrem Alltag. Und Schwierigkeiten mit den Freunden. Denn er ist Kapitän des High School Basketballteams „Wildcats“, das die Chance auf die Meisterschaft hat. Sie ist aktives Mitglied der Wissenschaftsgruppe, die sich gerade auf den akademischen Zehnkampf vorbereitet. Kein Wunder, dass die Mitstreiter/-innen der beiden Bühnenfans die neue Hingabe mit Argwohn betrachten. So agieren sie teils kräftig dagegen, sehen sie doch ihre eigenen Interessen in Gefahr. Wie gut, dass sich am Ende alles regeln lässt… und sich die Story zum glimmernden Hollywood Happy End formiert.

Eine Rarität auf deutschen Bühnen (mehr …)

Neues aus der Rathauskantine

31. August 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Neusser Leben

Mahlzeit! Mein Name ist Alfred Sülheim, Stadtarchivar. Gemeinsam mit Controllerin Simone Strack, die ich regelmäßig in der Rathauskantine treffe, haben wir schon etliche spannende und brisante Abenteuer zum Wohl des Bürgers, des Steuerzahlers und unserer geliebten Heimatstadt Neuss erlebt und erleben sie täglich wieder. An dieser Stelle gebe ich zum Besten, was uns zur Zeit bewegt…

Menü heute: Wermutstropfen auf heißem Stein

Nun, auch wenn dieser Sommer wieder ganz vorschriftsmäßig mit dem Neusser Bürger Schützenfest zu Ende ging, war des Neussers Lust und Freud in diesem Jahr nicht ganz ungetrübt. Selten ist wohl im Vorfeld so viel Unruhe gewesen, von den anhaltenden Ermittlungen der Steuerfahndung gegen den Bürger-Schützen-Verein, über die später zurückgenommene Ausladung der Hauptausschuss-Mitglieder von der „ZogZog“-Versammlung bis hin zur Problematik von Baustellen auf den Zugwegen. Natürlich hat sich dadurch niemand die Feierlaune verderben lassen, aber ein Wermutstropfen auf dem heißen Stein war das alles dann doch. So wie es überhaupt diesen Sommer nicht so richtig rund lief. Unsere Nationalmannschaft solidarisierte sich unangenehm schnell mit den Italienern und Holländern, Horst Seehofer inszenierte das schmierigste Sommertheater seit Erfindung der königlich bayerischen Stammtischparole und die Stadt Neuss muss weiter ohne echten Gebäudemanager klarkommen. Also richtig echten, nicht nur kommissarisch. (mehr …)

Rheinisches Schützenmuseum Neuss mit Joseph-Lange-Schützenarchiv

27. August 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Schützenfeste, Titelthema

Museum und Archiv einer einmaligen Tradition:
Das Neusser Bürger-Schützenfest ist der Höhepunkt des Jahres und die „fünfte Jahreszeit“ in Neuss. Das Rheinische Schützenmuseum im Haus Rottels lädt das ganze Jahr über ein, tiefer in diese Tradition einzutauchen. Was es hier zu entdecken gibt, ist einzigartig.

Das Rheinische Schützenmuseum Neuss mit Joseph-Lange-Schützenarchiv geht auf das Geschenk von Joseph Lange zurück. Das kleine Bleiglasfenster zeigt seinen Königsorden, sein persönliches Wappen und trägt die Widmung „Dem Neusser Bürger-Schützen-Verein / Schützenkönig Joseph Lange 1959/60“. Dabei hatte er ein Anliegen: Nicht nur die Tradition des jährlichen Schützenfestes lebendig zu halten, sondern auch das Wissen um die Herkunft dieser Tradition zu bewahren, zu erforschen und zu dokumentieren. Seine Idee drückte er bei der Überreichung seines Geschenks so aus: „Hier ist das erste Fenster für ein Schützenhaus, das unserer Stadt noch fehlt. Es würde mich freuen wenn ich den Anstoß geben würde, dass eines Tages ‚drumherum‘ dieses Haus entsteht.“

Das Haus „drumherum“ (mehr …)

Neusser Tambourkorps mit eigenem Sound: Von Tambouren und Trommeln

26. August 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Schützenfeste, Titelthema

Fast 80 Jahre lang bestellten die Neusser Schützen zum Fest Spielleute, zumeist aus den umliegenden Dörfern, die mit ihren Trommeln und Pfeifen aufspielten. Anfang des 20. Jahrhunderts war es so weit: Neuss bekam sein erstes eigenes Tambourkorps.

Im Jahr 1903 beschloss Martin Limburg – geprägt durch seine militärische Ausbildung – mit einigen Kameraden: Neuss braucht ein eigenes Tambourkorps. 1904 wurde das 1. Neusser Tambourkorps gegründet. Es führt seitdem traditionell das Regiment beim Neusser Bürger-Schützenfest an. Seit dem hundertjährigen Jubiläum erhielt der Verein dann auch die Würdigung der musikalischen Regimentsspitze Neuss im Vereinsnamen und wurde „das Neusser Regiments-Tambourkorps“.
Wir hatten Gelegenheit, mit Marcel Freitag, 1. Vorsitzender und 1. Major des 1. Neusser Regiments-Tambourkorps 1904, und Eric Cieslak, Leiter des Korpsarchiv und Vorstandsmitglied Neusser Grenadierkorps v. 1823, zu sprechen.

Die Trommel macht den Takt

Trommeln, ob groß oder klein, sind zylinderförmig und beidseitig mit einem Fell bespannt. Bei der kleinen Trommel – auch Schnarrtrommel oder Snare genannt – ist das obere Fell das Schlagfell, das untere das Resonanzfell. Am Resonanzfell sind dünne Metallspiralen oder auch Nylon-Saiten angebracht. Dieser Resonanzteppich erzeugt beim Schlag auf das obere Schlagfell den typischen Klang. Man spricht von Fell, da früher Tierhaut verwendet wurde“, erläutert Marcel Freitag. Schon seit langem sind die Felle aus Kunststoff. Fell und Resonanzteppich sind die beiden Verschleißteile, die ab und zu erneuert werden müssen. Der Körper aus Metall hält ewig.“ (mehr …)

Gespräch mit dem Schützenkönig Georg Martin: 40, 60, 180 – Ein Grund, König zu werden!

25. August 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Schützenfeste, Titelthema

Georg Martin ist kein Zahlenmensch, doch diese Kombination motivierte den amtierenden Neusser Schützenkönig, sich auf die Bewerberliste setzen zu lassen. Für das Jubiläum seines Schützenzugs steht die 40, seinen 60. Geburtstag feierte er am zehnten Mai. Die letzte Zahl erinnert an seinen Ururgroßvater, der vor 180 Jahren als Wilhelm I. dem Neusser Regiment als König zuwinkte.

Erst am Morgen des Vogelschusses erzählte mir ein Onkel von meinem Ururgroßvater Wilhelm Anton Servaes, der 1837 die Königswürde in unserer Stadt trug!“, erinnert sich SM Georg I.

Er habe lange mit der Bekanntmachung der Bewerbung gewartet, um sicher zu gehen, dass nichts dazwischen kommt. „Ich hätte meine Bewerbung nur ungern zurückziehen müssen und einen zweiten Anlauf hätte ich nicht gemacht!“, erklärt er. Gut überlegt und wohl durchdacht trat er also an, beim Königsschuss hatte er drei Mitbewerber, von denen zwei zum dritten Mal den Versuch wagten.
Als Georg Martin seinen dritten Schuss abgefeuert hatte, war ihm das Glück hold und er erlebte den schönsten Moment seines Königsjahres: „Es gab in diesem Jahr sehr viele sehr schöne, bewegte und einzigartige Momente. Als der Vogel von der Stange fiel, war das für mich ein ganz besonderer, unvergleichlicher Moment, bei dem viele Emotionen zusammenkamen!“
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Biwakierende Schützen: Vom Feldlager zur Megaparty

24. August 2018 | Von | Kategorie: Aktuelles, Schützenfeste, Titelthema

Biwakieren – was ist denn das? Wenn wir Schützen am Oberst- oder Königsehrenabend im Bereich der Stadthalle unter freiem Himmel lagern und feiern sehen, bekommen wir eine Antwort.

Drei Wochen vor dem Festwochenende feiern die Schützen mit dem Oberstehrenabend ihre erste Zusammenkunft im Freien. Das ist der Tag, an dem erstmals Schützenbiwaks stattfinden.
Es folgt der Königsehrenabend, an dem der amtierende Schützenkönig gefeiert und wieder biwakiert wird. Im Ursprung war das Schützenbiwak jedoch keine Party. Es war ein Aufenthalt im Freien, der eher zweckmäßigen Überlegungen entsprang.

Die Wiege des Schützenbiwaks

Peter Albrecht, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Rheinischen Schützenmuseum und viele Jahre aktiv im Hubertuszug Diana, erzählt:
Anfang der 1980er umfasste das Neusser Schützenregiment etwa dreieinhalbtausend Schützen, war also nicht mal halb so groß wie heute. Dennoch war die Stadthalle zur Feier des Oberst- und Königsehrenabend bereits überfüllt. Viele Schützen wichen zur Feier in ihre Stammlokale aus.
Der Hubertusschützenzug Diana kam auf die Idee, einige Abgeordnete in die Stadthalle zu entsenden, während die anderen Zugmitglieder nicht fern von Oberst und König in der Nähe der Stadthalle kampierten. Hinter der Stadthalle, in dem Eck zwischen Nordkanal­allee und Schillerstraße ist die Wiege des Schützenbiwaks, und hier ist bis heute der Zug Diana anzutreffen.“
Zuerst geschah das Biwakieren zum Missfallen der Obrigkeit. Doch bald schaute diese bei uns hinein. In den folgenden Jahren griffen weitere Züge unsere Idee auf und lagerten im Bereich der Stadthalle und des Clemens-Sels-Museums.“
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