Anmeldungen zur weiterführenden Schule – Damit die Wahl der Schule nicht zur Qual wird

6. Februar 2014 | Von | Kategorie: Titelthema

Der Wechsel von der Grundschule in die weiterführende Schule der Sekundarstufe I sollte nicht unvorbereitet geschehen, rät die Neusser Beigeordnete und Schuldezernentin Dr. Christiane Zangs. Um aus dem sehr vielfältigen und umfassenden Angebot der Neusser Schullandschaft die passende Schule und Schulform für das eigene Kind herauszufinden, sollten Eltern möglichst viele Tage der offenen Tür nutzen und sich vor Ort die Schulen persönlich ansehen. „Stellen Sie in den Schulen viele kritische Fragen!“, fordert Christiane Zangs die Neusser Eltern auf. Der eigene Eindruck und das gemeinsame Entscheiden mit der Tochter/dem Sohn spielen nach ihrer Erfahrung eine wichtige Rolle dabei.

In diesem Jahr haben die Neusser Viertklässler und ihre Eltern eine stark  veränderte Schullandschaft vor sich, denn zum ersten Mal können sie keine Hauptschule mehr wählen und von den bisher vier Realschulen bleibt nur die Christian Wierstraet Realschule in Holzheim im Rennen. „Wir hatten in beiden Schulformen stetig rückläufige Anmeldezahlen, so dass die Politik dem Elternwillen Rechnung getragen hat, und zwei Sekundarschulen und eine weitere Gesamtschulen an den Start bringt“, erklärt die Neusser Schuldezernentin.

Erste Erfahrungen mit der ganz neuen Schulform der Sekundarschule konnten in Neuss schon gesammelt werden, denn bereits im September 2013 nahm die erste Sekundarschule in Neuss ihren Betrieb auf. „Unser Anmeldeteam stellte in nur vier Woche die Schule auf die Beine“, berichtet Christiane Zanks begeistert. Nach den ersten 100 Tagen im Betrieb verschaffte sie sich ein Bild vor Ort. Sie fand ein tolles Schulklima vor, mit einem sehr intensiven Miteinander von Eltern, Lehrern und Schülern. Alle Beteiligten nutzten die große Chance, gemeinsam mit der Schule zu wachsen und auf viele Bereiche Einfluss nehmen zu können.

„Eine neu gegründete Schule bietet die einmalige Chance, aktiv den Schulalltag mitgestalten zu können.“ meint Christiane Zangs. Wer jedoch lieber genau wissen möchte, woran er bei der gewählten Schule ist, der findet in dem breiten Angebot der Neusser Schulen entsprechende erprobte Konzepte.

 

Die Mehrheit will aufs Gymnasium

„Gut 60 Prozent aller Grundschüler wechseln auf ein Gymnasium“, berichtet Frau Zangs. Für diese große Gruppe stehen sechs städtische Gymnasien zur Auswahl, die unterschiedliche Schwerpunkte in ihrem Bildungsangeboten setzen, hinzu kommen das Erzbischöfliche Marienberg Gymnasium – allerdings traditionell nur für Mädchen, die internationale Schule (ISR) und die Neusser Privatschule.

„Wir haben in Neuss sehr gut ausgestattete Schulen und eine sehr bildungsinteressierte Bevölkerung mit Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern und stabilen familiären Strukturen“, berichtet Christiane Zangs. Eine hohe Abiturientenrate mit sehr guten Zeugnissen bescheinigt diese Einschätzung.

Längeres gemeinsames Lernen

Für viele Eltern bieten Gesamtschulen und Sekundarschulen die geeignetere Schulform für ihr Kind, denn die Phase des gemeinsamen Lernens wird verlängert und eine Leistungsdifferenzierung setzt erst später ein. Bei diesen Schulformen kommt auch die längere Schulzeit bis zum Abitur als Entscheidungskriterium hinzu, denn die Kinder  haben noch immer 13 Jahre Zeit, sich auf ihren Abschluss vorzubereiten.

Mit einer eigenen Oberstufe trumpfen hier die Gesamtschulen auf, die Sekundarschulen kooperieren mit einer Gesamtschuloberstufe oder einer gymnasialer Oberstufe.

Gut über das Stadtgebiet verteilt sind die Gesamtschulen, denn nach der Janusz Korczack Gesamtschule in der Innenstadt und der Gesamtschule an der Erft mit ihren Standorten in Reuschenberg und Weckhoven startete 2011 die Gesamtschule Nordstadt.

Neu hinzu kommt die Gesamtschule Norf im Gebäude der jetzige Realschule im Norfer Süden, sie geht in diesem Jahr an den Start.

Gute Gebäude werden von neuen Schulen genutzt

Die neue Schulform „Sekundarschule“ wird in Neuss an zwei Standorten eingeführt. Im Gebäude der Hauptschule an der Gnadentaler Allee läuft die „Sekundarschule Neuss“ bereits seit dem Schuljahr 2013/14, die „Sekundarschule an der Weberstraße“ startet in den Gebäuden der jetzigen Realschule Südstadt und kooperiert mit dem benachbarten Humboldt-Gymnasium.

Hoch motivierte Anmeldeteams wurden ohne Probleme gefunden, so die Neusser Schuldezernentin. Seit den letzten Sommerferien erarbeiteten diese die Schulkonzepte für die neuen Schulen, ganz nebenbei, zusätzlich zu ihrem Beruf als Lehrer, obwohl alle Beteiligten nicht wissen, ob sie in die neuen Schulen als Lehrer oder Schulleiter übernommen werden. „Personelle Entscheidungen werden von der Düsseldorfer Bezirksregierung getroffen“, erklärt Dr. Christiane Zangs.

Halb- oder ganztags in die Schule

Die veränderten Anforderungen in der Berufswelt und der Gesellschaft haben auch Auswirkung auf die Schulen, denn der ganztägige Unterricht wird dort zunehmend zur Regel.

So findet in den Gesamt- und Sekundarschulen der Unterricht immer ganztags statt, an der Holzheimer Realschule besteht die Möglichkeit, in der Schule Mittag zu essen und die Betreuung bis 16 Uhr zu nutzen. Das Gleiche gilt auch für die Neusser Gymnasien, dort gibt es ebenfalls Mittagessen und pädagogische Betreuung oder wie am Humboldt-Gymnasium den Ganztagesbetrieb.

Freie Schulwahl

Nach vier Grundschuljahren haben die Grundschullehrer in aller Regel einen guten Eindruck von den Kindern, sie kennen ihre Stärken und Schwächen, wissen, wie sie lernen und wie sie sich im Unterricht verhalten. Dennoch gilt, dass die Wahl der Schulform letztendlich von den Eltern getroffen wird. „Die Klassenlehrer geben eine Empfehlung an die Eltern, die den Eltern als Orientierungsgrundlage dienen soll!“, so Zangs. In den meisten Fällen folgen die Grundschuleltern diesen Vorschlägen, sie müssen es aber nicht.

Wenn die Entscheidung nach Ausnutzung aller Informationsmöglichkeiten, Gesprächen mit Direktoren, Lehrern und älteren Schülern, sowie dem Besuch der Tage der offenen Tür und Infoabende getroffen ist, erfolgt die Anmeldung direkt an der gewünschten Schule.

Als einzigen zentralen Termin für die Anmeldung einigten sich die Neusser weiterführenden Schulen auf die Zeit vom 10. bis 12. Februar 2014.

Die gewählte Schulform garantiert die Stadt, da jedoch nicht alle Schulen gleich viele Anmeldungen bekommen und die Kapazitäten begrenzt sind, wird bei der Anmeldung auch  nach Zweit- und Drittwünschen gefragt.

Wer auf die jeweilige Schule gehen darf, entscheidet der jeweilige Schulleiter.

Das Schulamt übernimmt die Verteilung der „Überhänge“.

So aufregend die Zeit bis zur Zusage auch sein wird, bislang wurde für jeden Viertklässler ein Platz in einer fünften Klasse gefunden, mit dem er sich wohl fühlte.

Zur Schule gehen müssen die Kinder auf jeden Fall bis zum Abschluss der zehnten Klasse.

Der Umbau der Neusser Schullandschaft wird mit Beginn des neuen Schuljahres abgeschlossen sein. Mit einem großen finanziellen und organisatorischen Aufwand werden auch die Schulgebäude für die Zukunft fit gemacht. So investierte die Stadt in den vergangenen zehn Jahren 170 Mio. Euro in den Aus-und Umbau der Schulgebäude und deren technische Ausstattung, so viel wie in Neuss noch nie in Schulen investiert wurde. Nicht alle Maßnahmen sind fertig, so dass Baucontainer an vielen Schulen zum aktuellen Bild gehören, doch das wird sich ändern.

Alle Schulen sind für Inklusion offen

Für Eltern mit behinderten Kindern gelten in der Regel die gleichen Schulauswahl-Kriterien, denn alle weiterführenden Schulen bieten die Möglichkeit zum gemeinsamen Lernen an. Wie dies im Einzelfall umgesetzt wird, muss frühzeitig mit der jeweiligen Schule besprochen und geplant werden.

Für detaillierte Informationen über die weiterführenden Schulen hat das Neusser Schulamt eine 84-seitige Informationsbroschüre herausgegeben, in der alle wichtigen Daten und Adressen, Termine und Schulportraits zusammengefasst sind. Diese ist auch über die Homepage der Stadt als Pdf-Dokument zugänglich.

Klicke, um auf neuss-2013-12-prospekt-weiterfuehrende-schulen-ws2014-2015.pdf zuzugreifen

Gern geben auch die Schulen direkt Auskunft zu allen Fragen. Ansprechpartner und Telefonnummern sowie Web-Adressen finden sich auch in der Broschüre der Stadt.

Zum Abschluss gibt Frau Dr. Zangs noch einen guten Rat:

Zur Grundschule konnten die Kinder meist zu Fuß gehen, der Besuch der weiterführenden Schulen ist für die meisten Schüler jedoch mit einer Busfahrt verbunden. Darum rät Dr. Christiane Zangs, dass das Busfahren vor dem Schulstart mit den Kindern geübt werden sollte.

Dann klappt es ganz sicher mit einem guten Übergang in die weiterführende Schule.

Die privaten Alternativen

 

International aufgestellt

Früher galten die Internationalen Schulen als Eliteschmieden und Diplomateninternate. Die Internationale Schule Am Rhein (ISR) in Neuss präsentiert sich heute als offene Einrichtung mit internationaler Ausrichtung und ist besonders für Kinder interessant, die neben dem deutschen Abitur einen internationalen Schulabschluss erwerben wollen. Das Internationale Baccalaureate (IB) Diplom Programm und das amerikanische Advanced Placement Program® (AP) bereiten auf die entsprechenden externen Prüfungen vor, die von der überwiegenden Mehrheit der aktuell 550 Schüler/innen angestrebt werden.

Das erprobte bilinguale deutsch-englische Lernsystem setzt bereits im akademischen Kindergarten und der Grundschule an und fördert durch sehr strukturiertes Lernen die Selbsteinschätzung der Kinder.

Selbst große Klassenstärken von bis zu 30 Schülern stellen kein Problem dar, denn die Lehrer an der ISR haben nur eine Aufgabe, die sie konsequent verfolgen; das Unterrichten der Schüler/innen. Die überragenden Ergebnisse der Schulabsolventen dokumentieren die Leistungsfähigkeit des SABIS-Systems eindrucksvoll.

Um soziale und zwischenmenschliche Belange kümmern sich in der ISR ausgebildete Fachkräfte und die lebhafte Community aus Schule, Schülern und Eltern. So entsteht ein Lernumfeld, in dem die Persönlichkeit jedes Einzelnen in effizienter Weise gefördert wird.

Der Einstieg in das Schulsystem der ISR ist jederzeit möglich, vorausgesetzt, die bisherigen schulischen Leistungen reichen aus. Durch ein Diagnoseprogramm wird der aktuelle Leistungsstand jedes neuen Schülers ermittelt und durch gezielte individuelle Lernbausteine an die jeweilige Klasse angeglichen.

53 Prozent aller Schüler kommen aus Deutschland, die meisten von ihnen aus Neuss und dem näheren Umland.

Die Ende 2013 bekannt gewordene, vorübergehende Insolvenz der ehemaligen Betreibergesellschaft ist Geschichte, denn die ISR steht  heute wieder auf soliden Beinen. Eine gemeinnützige Auffanggesellschaft, die den Namen „ISR International School on the Rhine gGmbH“ erhalten hat, wurde von Peter Soliman, dem Vater eines Schülers gegründet.

Die neue ISR beteiligt nun die Eltern über die von Ihnen gegründete Genossenschaft (EFIS eG) an der gemeinnützigen Schule. „Wir, die Eltern haben hier etwas Einzigartiges geschaffen“, so Elternvertreter Dr. Alexander Granderath, „das bestmögliche Schulsystem in Kombination mit einer gemeinnützigen Schule, die ihresgleichen sucht.”

Durch die neue Gesellschaftsform können nun bis zu 25 Prozent der Schulplätze als Stipendien an begabte Schüler vergeben werden.

Am 15. Februar findet ein Tag der offenen Tür an der ISR mit vielen Informationen und Überraschungen statt.

Das Kind im Mittelpunkt

Nicht immer kommt das eigene Kind in einer öffentlichen Schule zurecht, fällt in seinen Leistungen durch familiäre Probleme zurück und droht zu scheitern.

Gerade dann, wenn individuelle Probleme auftreten, kann eine Regelschule nicht immer die notwendige Hilfe und Lernumgebung bieten.

Eine Alternative bietet dann die Neusser Privatschule, die vor wenigen Jahren in ein historisches Gebäude an der Graf-Landsberg-Straße eingezogen ist.

In der seit 1971 bestehenden Einrichtung steht das Kind im Mittelpunkt der Förderung. Mit nur 170 Schülern in neun Jahrgangsstufen bietet diese Schule kleine Klassen, in denen sich die Kinder und Jugendlichen in gelöster Atmosphäre schnell zurecht finden. So starten die fünften Klassen mit fünf bis sechs Schülern, später sind durchschnittlich 15 Schüler in jeder Klasse. Daraus resultiert eine familiäre Schulatmosphäre, wo jeder jeden kennt und neue Schüler schnell Kontakt finden. Mobbing oder Ausgrenzen gibt es an dieser Schule nicht und auch stille Kinder blühen auf.

Ein Wechsel von einer Regelschule zur Neusser Privatschule ist zu jeder Zeit möglich, nicht nur zum Halbjahreszeugnis.

Defizite können schnell erkannt und durch das schuleigene Lernsystem, bei dem auch individuelle Stundenpläne zum Einsatz kommen, ausgeglichen werden.

Die Schüler/innen erhalten gezielte Förderung in den Fächern, in denen sie Schwächen haben und schaffen es schnell, den Anschluss an die Klasse zu bekommen.

Interessant ist die Neusser Privatschule auch für Schüler, die auf der öffentlichen Schule durch schlechte Vornoten ein schwaches Abiturzeugnis zu erwarten haben. Sie können ein oder auch zwei Jahre wiederholen, in denen sie gezielt auf die externen Prüfungen zum Abitur vorbereitet werden, denn bei den externen Prüfungen des Zentralabiturs zählen die Vornoten nicht.

Zudem wird an der Neusser Privatschule nach wie vor das Abitur nach 13 Schuljahren abgelegt.