Geocaching ist die neue Schnitzeljagd

5. Juli 2017 | Von | Kategorie: Aktuelles, Titelthema

Von Kindergeburtstagen fast jedem bekannt: Die beliebte Schnitzeljagd, Schatzsuche oder Rallye. Mit ein paar Hinweisen zum Ziel. Die moderne digitale Variante dieses Klassikers heißt Geocaching und ist mindestens genauso spannend, herausfordernd und unterhaltsam. Und man kann via Geocaching die Stadt mit ganz neuen Augen sehen, Verstecktes entdecken oder bislang unbekanntes Terrain erkunden.

Egal, ob Neusser „Kunstwerke im öffentlichen Raum“, die gründliche Erkundung des Hauptfriedhofs mit der Entdeckung unbekannter Details oder rätselhafte Vorkommnisse auf der Galopprennbahn, die es zu lösen gilt – mit Geocaching kann man viele bekannte (und unbekannte) Orte in Neuss mit anderen Augen sehen und entdecken. Dafür braucht es lediglich ein Smartphone, etwas Proviant und idealerweise festes Schuhwerk und schon kann es losgehen. Über www.geocaching.com, der größten offiziellen Geocaching-Community mit über 3 Millionen Caches weltweit, kann man sich eine kostenlose App für Anfänger auf sein Smartphone laden. Für Profis empfiehlt sich die Vollversion, die ebendort für knapp 10 Euro herunterladbar ist. Des weiteren befinden sich auf der Website hunderte von Geocaches, die in und um Neuss auf Erkundung warten. Jedes Geocache ist eine eigene abgeschlossene digitale Schatzsuche, sie unterscheiden sich lediglich in Größe/Länge der Streckenführung, Schwierigkeitsgrad und der Art der Aufgaben und Inhalte, die es zu lösen beziehungsweise zu finden gilt. Ziel ist immer die Entdeckung eines Caches (geheimes Lager oder Schatz). Dieser kann eine geheime Nachricht enthalten aber auch Tauschgegenstände wie Spielzeug, Sammelkarten oder USB-Sticks. Generell gilt bei Tauschcaches, dass jeder, der etwas hinausnimmt, auch wieder etwas halbwegs gleichwertiges hineinlegen muss. Manche Caches sind besonders tricky: Statt des Schatzes findet sich manchmal nur ein weiterer Hinweis oder Rätsel, das erst nach dem Lösen zum tatsächlichen Schatz führt. Meist ist in den Caches auch ein Logbuch enthalten, in dem man seinen Erfolg eintragen kann und der dem Besitzer (Owner) eine Rückmeldung gibt. Anschließend wird das Cache wieder dort versteckt, wo es gefunden wurde.

Der Weg ist das Ziel. Oder umgekehrt.

Hat man sich auf einer relevanten Website für ein Geocache entschieden, kann es eigentlich auch schon direkt losgehen. Ausgerüstet mit Smartphone, ein paar Infos und den Zielkoordinaten des gewählten Caches begibt man sich geführt durch das Smartphone so dicht wie möglich zu dem Versteck. Und dann auf die Suche nach dem versteckten Cache. Dieser ist meist gut getarnt und oft erst auf den zweiten Blick zu entdecken. Also Augen auf. Hat man ihn gefunden, darf man sich seinen Schatz entnehmen, ein Tauschobjekt hineinlegen und sich im Logbuch eintragen. Dann kommt er wieder zurück in sein Versteck. Neben dieser Form des traditionellen Caches gibt es noch die Multi-Caches. Hier bekommt man via Internet lediglich die Ausgangskoordinaten und muss vor Ort nach Hinweisen suchen, Fragen beantworten oder Aufgaben lösen um weitere Koordinaten zu erhalten, die schlussendlich zum Finale führen. Fortgeschrittene Geocacher-Profis favorisieren Mystery oder Puzzle-Caches. Bei ihnen gilt es im Vorfeld, meist zuhause, ein mehr oder weniger kniffeliges Rätsel zu lösen, um in den Besitz der Anfangskoordinaten zu gelangen. Weitere Rätsel vor Ort führen schließlich zum finalen Cache. Gerade bei schönem Wetter sind Geocaches der ideale Zeitvertreib für alle, die gern an der frischen Luft sind und eine ideale Möglichkeit, unbekannte Orte kennen zu lernen oder bekannte aus einer neuen Perspektive zu erfahren.

Monika Nowotny