Neuss wird zum Tatort … im Roman!

Okt242011
Geschrieben von: Annelie Höhn-Verfürth
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„Schattenspiel in Moll“

Über 2000 Jahre Geschichte – Das kann die Phantasie schon anregen. So wundert es nicht, dass unser schönes Neuss gleich in mehreren Romanen eine Rolle spielt, die wir Ihnen hier in loser Folge vorstellen wollen. Geschrieben sind sie allesamt natürlich von SchriftstellerInnen aus dem Rhein-Kreis Neuss. Wir beginnen mit dem Debütroman von Kerstin Lange, die die Quirinusstadt zum Schauplatz eines Mordes macht.

Im Zentrum des Geschehens steht der junge Zeitungsvolontär Konstantin, der in die scheinbar übergroßen Fußstapfen seines verstorbenen Vaters treten und erste berufliche Erfolge als Journalist einfahren möchte. Da erhält er die einmalige Chance, den ebenso berühmten wie exzentrischen Pianisten Eugen Hausmann zu interviewen, der in seiner Geburtsstadt Neuss seinen Lebensabend verbringen will. Doch schon geschieht der erste Mord: Hausmann wird vergiftet. Schnell wird klar, dass viele Leute Grund gehabt hätten, ihm den Tod zu wünschen, denn der Künstler war ein äußerst unangenehmer Zeitgenosse. Konstantin ermittelt parallel zur Polizei und stößt bald schon auf dunkle Geheimnisse in der Vergangenheit, in die auch sein Vater verwickelt gewesen zu sein scheint. Und natürlich bleibt es nicht bei einem Mord…

Krimi an Neusser Schauplätzen

Die Idee zu ihrem Krimi-Debüt hatte Autorin Kerstin Lange schon länger. Doch erst als die Korschenbroicherin 2009 ihren kaufmännischen Beruf aufgegeben hat, um sich als freie Schriftstellerin zu versuchen, hat sie begonnen „ernsthaft daran zu arbeiten“. Dieses Jahr ist „Schattenspiel in Moll“ dann im Berliner AAVAA Verlag erschienen. Dass Neuss darin zum Tatort wird, war für Lange ganz klar: „Neuss ist für mich der Mittelpunkt hier. Es lag einfach nah und viele identifizieren sich mit  Neuss.“ Und so begleitet der Leser ihre Hauptfigur Konstantin bei seinen Nachforschungen durch Neuss: Er radelt mit ihm die Oberstraße herunter, besucht mit ihm das „Cafe Extrablatt“ auf dem Markt oder fährt mit ihm an den Rhein bei Grimlinghausen. Dieser Wiedererkennungswert macht nicht zuletzt den Reiz eines solchen Regionalkrimis aus.
Natürlich sind alle handelnden Personen frei erfunden, aber Lange hat vieles einfließen lassen, was sie „gesehen und erlebt hat“. So kommt ihr Protagonist Konstantin, mit seinen Eigenheiten und persönlichen Problemen ebenso sympathisch daher wie das ungleiche Ermittler-Duo der Polizei, das der Geschichte auch etwas Leichtigkeit verleiht. Denn auch wenn das Thema ernst ist und es gerade am Anfang des Romans nicht gerade zimperlich zugeht, so sollte „Schattenspiel in Moll“ nicht zu düster werden: „Das Leben hat ja viele Seiten“, so die Autorin. Als Leser jedenfalls kann man fleißig miträtseln, wer denn wohl der Mörder ist und am Ende gibt es natürlich auch noch eine Überraschung. Kerstin Lange arbeitet inzwischen schon an einer Fortsetzung, die 2012 erscheinen soll. Dann drehe sich das Krimigeschehen um „Banken, Wirtschaftskrise und Kredite“.
Übrigens: Am 4. November um 18 Uhr liest sie im Literaturcafé St. Quirin aus ihrem „Schattenspiel in Moll“. Weitere Infos auf www.kerstinlange.com.

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