Plastiken, Inschriften und Stelen – und ihre Geschichten

Sep272011
Geschrieben von: Marion Stuckstaette
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Dokumentation über Neusser Denkmäler

Neuss ist eine Stadt der Historie, das ist bekannt. Ausgrabungen, Stadtmauern und Denkmäler gehören hier hin. Um manches weiß man, doch die eine oder andere Skulptur nimmt man als Passant einfach hin, ohne zu wissen, was oder wer sich dahinter verbirgt. Jürgen Heß war das zu wenig. 253 Objekten im Großraum Neuss forschte er nach. Das Ergebnis lässt sich sehen: Mit Unterstützung der Vereinigung der Heimatfreunde Neuss e.V. ist eine umfassende Dokumentation „Neusser Denkmäler“ entstanden, die jetzt einzusehen oder zu erwerben ist.

Da steht sie, eine Säule aus Beton, mit flächigen Abdrücken, Kanten und Kerben, schlicht, einsam und grau in die Grünanlage verpflanzt, nahe dem Neusser Swissôtel. Einer hat sie dorthin gestellt, es gab einen Grund, doch heute weiß das kaum einer mehr. Doch oft ist es spannend, sich mit den Skulpturen, Tafeln und Malen im Neusser Stadtgebiet zu beschäftigen. Diese Säule wurde anlässlich des Begegnungsfestes zwischen deutschen und ausländischen Bewohnern des Rheinpark-Centers 1994 vom Bildhauer Jürgen Zaun errichtet. Rund 80 Tafeln aus Beton wurden an ihr befestigt, mit Anmerkungen in Buchstaben wie in fremdländischen Schriftzeichen. Kinder und Erwachsene des Viertels hatten sie zum Thema „Frieden und Brückenbauen“ selbst geschaffen, ihre Ideen und Wünsche eingeschrieben. Ein Mahnmal für ein friedliches Miteinander unterschiedlicher Kulturen sollte es sein, doch heute hängt keine Tafel mehr an ihrem Platz. Geblieben ist nur der nackte Betonpfahl.
Eine Geschichte um ein öffentliches Objekt. Eine, die nachdenklich stimmt. Aber es gibt auch viele andere, heitere, besinnliche und informative. Der Neusser Neubürger Jürgen Heß entdeckte viele solcher Anregungen auf seinen Spaziergängen durch die Neusser Innenstadt und das Umland, forschte nach Erklärungen und Informationen. 253 Objekte hat er näher unter die Lupe genommen und zu einem Werk über „Neusser Denkmäler“ zusammengefasst. Dank der Unterstützung der Vereinigung der Heimatfreunde Neuss ist eine umfassende Dokumentation in Text und Bild entstanden, die zu jedem Objekt Angaben zum Standort (inkl. GPS-Daten), zum Künstler und zur Entstehungsgeschichte macht. Ein interessantes Werk, das die Recherche in hiesiger Heimatkunde deutlich vereinfacht und unterstützt.
Was macht beispielsweise ein Aalschokker namens „Fiat Voluntas“ im Neusser Sporthafen, und wie kommt er dahin? Was bedeutet im Uedesheimer Naturschutzgebiet die Tafel „Alte Batterie“ und was hat das mit der linksrheinischen Besetzung der französischen Truppen 1794 zu tun? Warum steht die Bronzeskulptur des Pannebäckers gerade in Rosellen? – Viele Fragen und manch einem ein Rätsel.
Wer jetzt Antworten sucht, der kann diese in der Dokumentation der Vereinigung der Heimatfreunde Neuss e.V. finden, die auch im „der NEUsser“-Redaktionsbüro einsehbar ist. Zudem stellen wir einige dieser Sehenswürdigkeiten in den kommenden Ausgaben als lose Folge vor.

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