swn mit Rekordgewinn

Jun292011
Geschrieben von: Lothar Wirtz
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Nicht erst seitdem der Atomausstieg beschlossene Sache ist, sind die Energiemärkte heiß umkämpft und turbulent. Die Stadtwerke Neuss (swn) erweisen sich einmal mehr als Energieanbieter mit kühlem Kopf und spitzem Bleistift: Die Jahresbilanz 2010 steht mit einem Rekordgewinn von 8,4 Millionen Euro.

Um es vorwegzunehmen. Dieses Ergebnis fällt deshalb so außerordentlich aus, weil es einen einmaligen rückwirkenden Steuereffekt gab, der sich mit rund 3 Millionen Euro in der Überschuss-Bilanz niederschlägt. Aber auch ohne diesen Bonus stehen die swn sehr gut da. Wie das kommt? „Wir zocken nicht auf dem Energiemarkt“, so Heinz Runde, Vorsitzender der Geschäftsführung. Statt Risiken einzugehen, setzen die swn auf Konstanz und auf lohnenden Investitionen.

Gesamtinvestitionen im Jahr 2010: 17,7 Millionen Euro

Ein Beispiel: Im Bereich Contracting konnte die swn mit ihrer Tochtergesellschaft „GC Wärmedienst“ – die Unternehmen und Privatpersonen effiziente Energiedienstleistungen zur Verringerung der Betriebskosten anbietet – eine Ergebnissteigerung von über 50 Prozent erzielen. Die dabei eingesetzten modernen Technologien in rund 300 realisierten Anlagen in 2010 bedingten ein Investitionsvolumen von 4 Millionen Euro. Und auch im Bereich Erdgas hat man wohl einen zukunftsträchtigen, weil umweltfreundlichen und rentablen Weg eingeschlagen: Mit Wärmepumpen-Technik, Fotovoltaikanlage oder Erdgasproduktion per Biogas-Anlage in Hoisten sind die swn gut aufgestellt. Letzteres ermöglicht es den swn, seit dem Frühjahr 2010 zu Bio-Erdgas veredeltes Bio-Methangas in das Netz einzuspeisen.

Die Zukunft der swn ist grün

Der Jahresüberschuss ermöglicht nicht nur eine erhöhte Ausschüttung von 5,2 Millionen Euro an den Hauptgesellschafter der swn, die Stadt Neuss. Ein Großteil soll reinvestiert werden – und zwar in ökonomisch und ökologisch sinnvolle Projekte zur Energiegewinnung, die zurzeit genau untersucht werden. „Wir prüfen derzeit 8 bis 10 Möglichkeiten gleichzeitig“, so Heinz Runde. Für Windkraft, Wasserkraft oder Pumpspeicher finden sich in Neuss leider keine guten Bedingungen. Beteiligungen und Kooperationen, wie in dem bereits bestehenden Green-Gecco-Konsortium, sind eine Möglichkeit. Aber die swn wollen auch selber Energie erzeugen. „Wir wägen Risiken ab, prüfen auf Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit. Alles andere ist nicht sinnvoll“, ergänzt Stephan Lommetz, Geschäftsführer der swn.

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