So spielt man Eishockey
Lassen wir das Vorgeplänkel weg und kommen zur Sache: Das schnellste Mannschaftsspiel der Welt ist eines der härtesten. Ein Sport, bei dem die Spieler pro Partie rund zwei Liter Flüssigkeit verlieren; bei dem das Spielgerät über 130 km/h erreicht und die Akteure mit ihrer Spitzengeschwindigkeit in der 30er-Zone geblitzt werden würden: Eishockey. Zu Gast beim Neusser Eishockey Verein (NEV).
Machen wir uns nichts vor, das Neusser Eishockey hat schon bessere Zeiten gesehen. Es ging bis in die 2. Bundesliga, die Halle am Südpark war ebenso üppig gefüllt, wie das Kufenstübchen zur Drittelpause und selbst mit dem Sitzkissenverleih konnte der Verein ein paar Mark umsetzen. Den melancholischen Blick zurück nehmen viele zum Grund, dem im Neuaufbau befindlichen Eishockey den Rücken zu kehren. Zu Unrecht, wie sich zeigt.
Eishockey in seiner ehrlichsten Form
Beim NEV wird genau das gemacht, was jedem soliden Unternehmen gut zu Gesicht steht: Man besinnt sich auf das, was man kann. Eishockey. Also startete man diese Saison mit neuem Trainer Uwe Malz freiwillig in der untersten NRW-Liga. „Das Team befindet sich noch in der Findungsphase, Ziel ist die Aufstiegsrunde und die Regionalliga“, so Malz, der gleichzeitig mit seiner Gebäudereinigungsfirma einer der Trikot-Sponsoren ist. Familiär geht es zu beim NEV – und erstklassig. Das Aushängeschild des Vereins ist die Nachwuchsarbeit: Seit Jahrzehnten ist man unter den acht Top-Clubs in NRW. Profi-Clubs wie Düsseldorfer EG, Kölner EC, Krefelder EV und Co heißen hier die Konkurrenten. Angehende Nationalspieler kommen vom Neusser Südpark-Eis. „Wir sind heute schon ein Aushängeschild von Neuss. Es weiß nur kaum einer“, bringt es Jugendobmann Klaus Böckmann auf den Punkt.
Optimale Bedingungen in Neuss
Die Bedingungen für den Nachwuchs sind laut Trainer Malz optimal. Spieler haben keinen Druck. „Und wenn mal eine Rakete dabei ist, schicke ich den nach Düsseldorf, Krefeld oder Köln. Ich verbaue niemandem den Weg. Manche gehen, andere bleiben trotzdem oder kommen wieder“, so Malz. „Solide Vereinsarbeit ist angesagt. Wir legen Grundsteine für eine langfristige Entwicklung“, ergänzt Pressebeauftragte Irina Schuster. Erst einmal soll es in die Aufstiegsrunde gehen. Dann wird ein Kassensturz die Basis für weitere beständige Planungen sein. „Mal sehen, was möglich ist“, grinst Uwe Malz. In der NRW-Liga einiges, Troisdorf wurde an diesem Abend mit 16:1 nach Hause geschickt. Rund 100 NEV-Fans waren mit ihrem Team äußerst zufrieden. Der Anfang ist gemacht.





