Von einer, die auszog, Theater zu spielen
Das neue Theaterereignis in Neuss: „Paulas Suppentheater“
Im vergangenen Oktober war Premiere, seither ist jede Vorstellung ausverkauft. Zweimal im Monat verwandelt sich die schicke Pegelbar am Hafen in „Paulas Suppentheater“. Unter dem Programmtitel „Das Leben ist kein Hallenbad“ präsentiert hier die Neusserin Christina Busch alias „Paula“ eine vergnügliche One-Woman-Show mit kulinarischer Beilage.
Es war einmal ein kleines Mädchen, Christina genannt, das wollte unbedingt Theater spielen. Ihre Großmutter, die sie sehr liebte war nämlich auch Schauspielerin und „einfach eine superlustige Frau“. Sie erzählte, spielte, sang und lachte mit der kleinen Christina, dass es eine Freude war. Das kleine Mädchen wollte genauso sein wie sie… Tatsächlich musste es aber erst mal was „Anständiges“ machen: Christina ging zur Schule, studierte, arbeitete, gründete eine Familie und eigentlich war sie glücklich. Aber etwas fehlte trotzdem: „Ich glaube, mir hat man in die Wiege gelegt, dass ich auf die Bühne muss“. Und genau dort steht sie heute mit 36 Jahren und erfüllt sich ihren „aller-, allergrößten Traum“, sagt sie, denn manchmal erzählt das Leben eben die wahren Märchen.
Alles Paula
Für Neuss hat sich Christina bzw. „Paula“ etwas ganz Neues ausgedacht. Denn ihr „Suppentheater“ ist wie der Name schon verrät „eine Kombination von Theater und Essen“. (Es gibt aber nicht nur Suppe!) Das kommt beim Publikum bestens an und entspricht ganz ihrer Persönlichkeit: „Ich finde es toll, Leute zusammenzubringen“. Und das tut sie mit viel Engagement, sichtbarer Freude und einfach mit überzeugendem Charme. So begrüßt sie jeden Besucher persönlich wie einen lieben Gast und schafft auch mit ihrer Aufführung eine fast familiäre Atmosphäre. Man glaubt eigentlich, Paula schon lange zu kennen und würde ihr gerne immer weiter dabei zuhören wie sie auf der kleinen Bühne mit Pariser Kulisse über ihr Leben erzählt, singt und Klavier spielt und vor allem die Geschichte ihrer „drei großen Lieben“ Revue passieren lässt. Das ist nicht nur vergnüglich und oft zum Lachen, sondern manchmal auch ein wenig melancholisch und ja, sogar traurig. Aber letzteres nur kurz, denn Paula ist ein fröhlicher Mensch.
Von der Idee zum Auftritt
Als Zuschauer fragt man sich bei so viel Offenheit natürlich gleich, wie viel Frau Busch denn mit ihrer Figur Paula gemeinsam hat: „Ganz viel“, sagt sie, „aber ich habe natürlich auch einiges ausgeschmückt, verändert, dramatisiert und geschönt“. Geschrieben hat Christina Busch ihr Stück 2010 auf der Autofahrt in die Herbstferien: „Ich habe immer ganz viele Ideen als Beifahrer“. Bis zur Premiere letzten Herbst hat es dann aber noch ein Jahr gedauert. Schließlich musste sie unter anderem (wieder) Klavierspielen lernen, singen üben, einen Aufführungsort finden, ein Logo kreieren und natürlich das Stück proben. Tatkräftige und kreative Unterstützung hat sie dabei von Thomas Peters bekommen, den viele Neusser aus der Formation „Herrencreme“ kennen und der jetzt für die Regie sowie die musikalische Gestaltung der Inszenierung verantwortlich ist. Aber auch ein enges Netzwerk aus Freundinnen und der Familie hilft ihr bei der Realisierung ihres Traums. An dem arbeitet sie jetzt entschlossen weiter: ihren Job im Unternehmen ihres Ehemannes hat sie gekündigt und ist nun hauptberuflich Schauspielerin; klar, dass das nächste Stück auch schon in Arbeit ist. Diesen Monat nimmt sie sich deswegen eine kleine Auftrittspause, aber am 8. und 9. Februar ist Paula wieder da, um ihren Zuschauern einen unbeschwerten, unterhaltsamen Abend zu bieten. Besuchen Sie doch gleich mal www.paulassuppentheater.de.





