Vertrauen ist gut, SGS ist besser

Nov292011
Geschrieben von: Lothar Wirtz
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Der Warenumschlag via Schifffahrt ist einer der wichtigsten in der Wirtschaftslogistik. Wo sollte man dies besser wissen, als in Neuss? Ölsaaten wie Raps oder Sonnenblumenkerne, Getreide wie Weizen, aber auch Öle, Schrot und vieles mehr kommen hier im Hafen an. Bevor die Ladungen gelöscht werden, müssen sie kontrolliert werden. Denn wer weiß, ob in den Tanks auch das drin ist, was auf den Papieren steht? Antwort: Peter Becker, Hafeninspektor von der SGS.

Morgens um 6 Uhr ist die Welt nicht in Ordnung. Peter Becker steht zur Kontrolle eines Schiffes am Rand des Hafenbeckens und will an Bord. Keine Chance. Das Tankschiff liegt ein paar entscheidende Meter zu weit auf dem Wasser und damit außer Reichweite des Kontrolleurs. Der Kapitän ist erst nachts angekommen und schläft. So etwas kostet unnötige Zeit und ist ärgerlich. Becker muss sich davon überzeugen, ob die Tanks des Schiffs gereinigt wurden, denn es soll später hochwertiges Öl laden. „Da muss innen drin alles picobello sein, es darf keine Rückstände von der vorherigen Ladung geben“, so Becker. Picobello ist dabei ein gutes Stichwort. Das muss bei kontrollierten Ladungen immer der Fall sein. Sonst kann der Kontrolleur die Beladung stoppen und das kann teuer werden. Für den, der die Ware bestellt genauso, wie für den, der die Ware liefert.

Proben vom schwarzen Gold

Dass die Arbeit von Peter Becker und seinem Kollegen immer wichtiger geworden ist, liegt auf der Hand: Mit immer besseren Maschinen und einer immer effizienteren Logistik werden nicht nur im Neusser Hafen immer größere Warenmengen verarbeitet und produziert. Mit den Mengen steigen aber auch die Investitionen. „Rapssaat heißt bei uns nicht umsonst ‚das schwarze Gold’. Handelsübliches Rapsspeiseöl hat einen ungefähren Wert von ca. 1.000 Euro pro Tonne. Wenn man nun überlegt, dass ein Schiff zwischen 500 und 2.000 Tonnen geladen hat, weiß man schon, wo sich das Ganze abspielt“, erklärt Peter Becker. Der 46-jährige nimmt es mit seinen Kontrollen ganz genau. „Von jeder Ware nehme ich Proben für den Käufer oder den Lieferanten und zusätzlich für uns, die SGS. Die Proben können dann bei Bedarf von einem Labor untersucht werden.“ Alle Inhalte werden von Becker vor Ort exakt bemessen, verplombt und anschließend trocken im Lager für sechs Monate verwahrt. Falls im Nachhinein Fragen auftauchen, kann Becker so hieb- und stichfest nachweisen, welchen Zustand die gelieferte Ware zum Zeitpunkt der Löschung hatte. Ein Sicherheitsvorteil für alle Beteiligten.

Unterwegs im Namen der Sicherheit

Seit elf Jahren ist Peter Becker für die SGS unterwegs. Das Dienstleistungs-Unternehmen mit Hauptsitz in Taunusstein bei Frankfurt ist auf Inspektionen, Prüfungen und Zertifizierungen spezialisiert. An bundesweit 36 Niederlassungen und Laboren sind rund 2.800 Mitarbeiter für die SGS tätig. Einer von ihnen ist der gelernte Müllermeister Peter Becker. Täglich bekommt er seine Aufträge und erfährt von der Zentrale, welche Schiffe, wann gelöscht werden sollen. Die Auftragsbücher sind voll. Die Löschungen oder Beladungen können rund um die Uhr geschehen, das heißt natürlich auch an den Wochenenden. Für Peter Becker ist das aber kein Problem. „Der Job ist das Beste, was mir passieren konnte. Ich bin selbstständig in den Häfen unterwegs, der Job ist sehr vielseitig und macht Spaß. Kein Tag ist wie der andere und es läuft richtig gut. Außerdem bin ich bei den Kunden gerne gesehen.“ Klar, gibt er denen doch die Sicherheit, dass die bestellten und gelieferten Waren in Qualität und Menge stimmen.

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